Eisenänamie

Eisenanämie

Eisenanämie – oft übersehen, leicht zu behandeln

Eine Eisenanämie kommt häufig vor und bezeichnet mangelnde Eisenvorräte im Körper. Dieser Mangel entsteht aufgrund unzureichender Eisenaufnahme durch die Nahrung oder durch Verlust vieler Nährstoffe, inklusive Eisen, nach starken Blutungen. Die Eisenanämie ist eine weit verbreitete Mangelerscheinung, die sich relativ leicht behandeln lässt.

Eisen Anämie Symptome

Eine Anämie durch Eisen Mangel führt zur Störung im Stoffwechselprozess, was eine entsprechende Symptomatik hervorruft. Eine starke Eisen Anämie ruft Symptome wie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche hervor. Zu den weiteren Anzeichen einer vorliegenden Eisenmangelanämie zählen u.a.:
– Vergesslichkeit
– Blässe
– Depressionen / Ängstlichkeit
– Restless-Legs-Syndrom (RLS)
– Haarausfall / Brüchige Nägel
– Infektanfälligkeit

Es ist allerdings zu bedenken, dass diese Symptome auch durch andere Erkrankungen auftreten, und ein Verdacht auf eine Anämie durch Eisen Mangel unbedingt der Bestätigung durch einen Bluttest bedarf. Sie sollten nicht mit der Einnahme eines Eisenpräparates beginnen, nur weil Sie vermuten, eine Eisenanämie zu haben.

Auswirkung einer Anämie durch Eisen Mangel auf die Gesundheit

Unbehandelt führt eine Eisenmangelanämie in der Regel dazu, dass sich die Symptome verstärken. Dies wird spätestens dann problematisch, wenn sich zu den obengenannten Anzeichen Kurzatmigkeit, Herzrasen oder Kreislaufprobleme gesellen.
Eisen ist für den Körper deshalb so wichtig, weil es unter anderem für die Versorgung der Organe mit Sauerstoff verantwortlich ist. Je weniger Eisenreserven im Organismus, umso schlechter kann Eisen seine Aufgaben ausführen. Aber auch bei der Blutproduktion ist Eisen beteiligt. Wenn der Körper zu wenig neues Blut produziert, kommt es zur Blutarmut beziehungsweise zur Eisenanämie.

Ursachen

Es gibt mehrere Faktoren, die zu einer Anämie durch Eisen Mangel führen. Dazu gehören die ernährungsbedingte, ungenügende Eisenaufnahme und der erhöhte Verlust von Eisen aufgrund größerer Blutverluste. Letztere können unter anderem bedingt sein durch:

– starke Menstruationsblutungen
– chronische innere Blutungen durch Tumore, Geschwüre, Krampfadern
– Unfall / Operation
– Blutspende

Eine Eisenänamie durch  Mangel kann also nicht nur aufgrund mangelnder Ernährung oder äußerer Blutungen, sondern auch durch lang anhaltende Blutungen innerer Organe, beispielsweise im Magen-Darm-Trakt, entstehen. Die Einnahme von Blutverdünnern, Aspirin und Schmerzmitteln verstärkt das Blutungsrisiko.

Risikogruppen

Frauen im gebärfähigen Alter gehören zur größten Risikogruppe für Eisenmangelanämie. Der Grund dafür: regelmäßige zyklusbedingte Blutverluste während der Menstruation. Verschiedener Studien zufolge sind etwa 20 Prozent aller Frauen vor der Menopause von Eisenmangel betroffen.

Auch in der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Eisenbedarf. Der Körper richtet sich darauf ein, das Baby mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, sodass der Eisenbedarf der Mutter auf der Strecke bleiben kann.
Vegetarier und Veganer sind auch oft von Eisenmangelanämie betroffen, weil der Körper seine Eisenreserven lediglich aus pflanzlichen Rohstoffen bilden muss.

Ein wesentlich erhöhter Eisenbedarf besteht auch bei Sportlern. Sie haben einen viel stärkeren Energie- und Sauerstoffumsatz, als bei körperlich weniger aktiven Menschen. Infolge dessen bildet der Körper vermehrt Hämoglobin und Blut.

Menschen mit chronischen Erkrankungen wie etwa Krebs, chronische Herzerkrankungen, Nierenfunktionsstörungen und andere Leiden, die mit einem Entzündungsprozess im Körper einhergehen, neigen ebenfalls zur Eisenanämie. Der Grund: Entzündungsprozesse reduzieren die Fähigkeit des Körpers, Eisen aufzunehmen.

Kinder und Jugendliche befinden sich im Wachstum und haben deshalb einen erhöhten Eisenbedarf. Sie benötigen Eisen für die Blutbildung und die Entwicklung des Nervensystems und des Gehirns. Unter normalen Umständen wird ihr Eisenbedarf durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung gedeckt.

Diagnose

Für die Diagnose einer Anämie durch Eisen Mangel sind Analysen von Blutproben notwendig. Dabei werden unter anderem das Hämoglobin und die Menge der roten Blutkörperchen im Blut bestimmt.

Eisenmangel behandeln

Eisentabletten können wirkungsvoll einen Mangel beseitigen

Die passende Therapie richtet sich nach der Ursache für die vorliegende Eisenanämie. In der Regel lässt sich eine Eisenmangelanämie durch Umstellung der Ernährung in den Griff bekommen. Vor allem Frauen sollten auf eisenreiche Kost achten, da sie jeden Monat menstruationsbedingt Blut verlieren.

Nach der Diagnose eines akuten Eisenmangels wird der Arzt Eisenpräparate verschreiben. Eine Ernährungsumstellung allein kann nämlich übermäßig erschöpfte Eisen-Depots nicht auffüllen. Die genaue Dosierung der Medikamente sollte immer mit dem Arzt besprochen werden. Um die körpereigenen Eisenspeicher aufzufüllen ist eine medikamentöse Behandlung von mindestens drei Monaten die Regel. Eisenpräparate können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung hervorrufen. Eine Überdosierung ist dringend zu vermeiden.

Mit gesunder Ernährung gegen Eisenanämie

Cashew-Nüsse sind reich an Eisen

Natürlich ist es viel einfacher, mit gesunder Ernährung einer Eisenmangelanämie entgegenzuwirken, als einen bestehenden Eisenmangel auszugleichen. Eine ausgewogene Ernährung besteht aus reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Nachfolgend einige der besten und leckersten Eisenlieferanten:
– Hülsenfrüchte: Dazu gehören u.a. Linsen (8 mg Eisen pro 100 g), Erbsen, Kichererbsen, Bohnen und Sojabohnen (6 mg Eisen pro 100 g).

Vollkornbrot: Gute Vollkornbrote (Weizenvollkorn, Roggenvollkorn, Grahambrot, Pumpernickel) enthalten knapp 2 mg Eisen pro 100 g. Dagegen sind in Sachen Eisen alle Weißbrotsorten ziemlich unergiebig.

Haferflocken: Mit 5,5 mg Eisen pro 100 g gehören Haferflocken zu den besten Lieferanten von Eisen.

Fleisch: Dieser Klassiker ist in der Tat ein guter Eisenlieferant. Der Grund: Der menschliche Körper kann Eisen aus tierischen Quellen besser verwerten, als das aus pflanzlichen.

Cashewkerne: Diese leckeren Nüsse mit dem Eisengehalt von 4 mg pro 100 g sind hervorragende Eisen-Lieferanten. Als Snack für zwischendurch oder im Salat – Cashewkerne lassen sich leicht in den Speiseplan integrieren.

Getrocknete Früchte: Ob Feigen, Pfirsiche, Pflaumen oder Aprikosen – mit einem Eisengehalt zwischen 3,5 und 6 mg pro 100 g ist Trockenobst eine sehr gute Möglichkeit, die eigenen Eisenreserven aufzufüllen.

Petersilie: Frische Petersilie hat einen Eisengehalt von 3 mg pro 100 g. Also ruhig großzügig über den Salat oder in die Speise streuen!

Eigelb: Das Eigelb ist mit 5,5 mg Eisen pro 100 g ein unverzichtbarer Eisenlieferant. Das Eiweiß dagegen, mit lediglich 0,1 mg Eisen ist der eindeutige Verlierer.

Meeresfrüchte und Fisch: Der Eisengehalt hier ist zwar weniger als der von Fleisch. Dennoch können sich Lachs und Thunfisch mit 0,7 und 1,2 mg Eisen pro 100 g als Eisenlieferanten sehen lassen. Austern kommen sogar auf 5,8 mg Eisen pro 100 g!

Übrigens liegt der Tagesbedarf an Eisen für junge Frauen bei 15 mg und für Männer bei 10 mg.

Anämie ohne Eisenmangel

Liegt eine Anämie ohne Eisenmangel vor, müssen die Ursachen dafür erforscht werden. Es kann ein Mangel an, für die Blutbildung wichtigen Folsäuren, Vitamin B6 oder B12 vorliegen. Eine entsprechende Behandlung sollte folgen.

Video vom Bayerischen Rundfunk: Gefährliche Blutarmut

Content not available.
Please allow cookies by clicking Accept on the banner

Auf den folgenden Unterseiten finden sich weitere Informationen: